Jetzt wird’s richtig scharf

Clown im Böhmischen Prater in WienGezielte Schärfe und Unschärfe tragen neben der Motivauswahl wesentlich zu einem eindrucksvollen Foto bei. Aber unscharf sollen natürlich nur jene Teile sein, die wir bewusst so setzen.

Wie holt man nun das letzte Quäntchen Schärfe aus der Kamera heraus? Nun, dies ist im besten Fall die  Summe von mehreren Dingen, die man einsetzen kann.

Stativ

Auch wenn es oft unbequem erscheinen mag, ein Stativ mit sich herumzuschleppen – ein Stativ gleicht nun einmal jene Unschärfen, die durch den Fotograf entstehen aus. Beim Kauf unbedingt das höchstmögliche Kameragewicht beachten inkl. Objektiv und allenfalls vorhandenem Batteriegriff sowie Blitz. Je nach Ausstattung und verwendeter Materialien sind hier ein paar Hundert Euro gleich einmal investiert. Ob das Stativ mit einem Kugelkopf oder einem Neiger ausgestattet sein soll, hängt von den persönlichen Vorlieben und dem Haupteinsatzzweck ab. Persönlich bevorzuge ich hier den Kugelkopf, da sich die Einstellung schnell und einfach handhaben lässt.

Bildstabilisator am Objektiv

Ein eingeschalteter Bildstabilisator kann bei manchen Objektiven zu kleinen Erschütterungen führen, wenn die Kamera am Stativ befestigt ist. Diese wiederum sorgen dann für Unschärfe. Im Zweifelsfall einfach ausschalten.

Spiegelvorauslösung

Auch das Hochklappen des Spiegels verursacht kleine Erschütterungen im Inneren der Kamera. Um dies zu verhindern, die Spiegelvorauslösung einschalten, wenn die Kamera am Stativ befestigt ist. Bei der Spiegelvorauslösung klappt der Spiegel hoch und die Belichtung wird dann erst nach einer kurzen Pause durchgeführt.

Das Objektiv

Klar, hier gibt es deutliche Unterschiede, die sich aber auch im Preis niederschlagen. Vor dem Kauf empfiehlt sich hier ein Blick ins Internet auf entsprechende Testberichte. Anhand derer und natürlich des zur Verfügung stehenden Budgets lässt sich die persönlich optimale Objektivwahl treffen.

Die schärfste Blende

Jedes Objektiv hat bei bestimmten Blendenwerten seine höchste Schärfeleistung. Mit ein wenig Glück findet man im Internet entsprechende Testberichte oder man muss sich mittels Vergleich von Probefotos an die optimalen Werte herantasten. Nachdem jedoch die gewählte Blende einen enormen Einfluss auf die Wirkung eines Fotos hat, wird man nicht immer im Bereich der optimalen Schärfe eines Objektives fotografieren können.

Fokus

In der Regel liefern die heutigen Autofokussysteme beste Scharfstellergebnisse. Unter bestimmten Umständen kann es jedoch notwendig sein, auf die manuelle Scharfstellung auszuweichen. Achtung: Ist hier der für Sie zutreffende Dioptrie-Korrekturwert an der Kamera beim Sucher eingestellt bzw. nicht verstellt?

ISO-Wert

Auch wenn die Kameras in punkto High-ISO immer besser werden, gilt die Faustregel: Höherer ISO Wert, höheres Bildrauschen. Jetzt stellt sich natürlich die Frage, welcher ISO Wert ist der optimale für meine Kamera. Auch hier hilft uns das Internet weiter.

Fernauslöser/Selbstauslöser

Alleine der Druck auf den Auslöser kann schon zu Kamerabewegungen führen und somit zu Verwacklungen/Unschärfen. Ist die Kamera am Stativ montiert oder z.B. stabil mit einem sog. Beanbag gelagert und ausgerichtet kann man sich hier leicht mit einem Kabelfernauslöser oder einem drahtlosen Fernauslöser helfen. Möchte man in diesen nicht investieren oder hat ihn einmal vergessen, dann einfach mit dem Selbstauslöser arbeiten.

RAW-Format

JPG-Bilddateien und die mit diesem Format einhergehende Komprimierung der Bilddaten führt auch dazu, dass die Bildschärfe leidet. Abgesehen davon eignet sich eine unkomprimierte Bilddatei auch weitaus besser zur Bildnachbearbeitung, da hier noch sämtliche aufgenommene Daten zur Verfügung stehen. Ich persönlich bin ein großer Fan vom RAW-Format, die Bilder sind „knackiger“ und man kann recht easy noch das Letzte aus einem Bild herausholen – ähnlich der Bildentwicklung in früheren Analogfilm-Zeiten. Ob man die bearbeiteten Bilder dann wiederum als jpg oder als tiff ausgibt, bleibt jedem selbst überlassen. Nachteile: Größerer Speicherbedarf, schnellere (SD) Speicherhkarten benötigt, bei Serienaufnahmen kann die Kamera langsamer werden aufgrund der Datenmenge.

FAZIT

Jetzt haben wir uns eine Reihe an Maßnahmen angesehen, die uns bei der Erzielung der optimalen Bildschärfe helfen können und gleichzeitig aber auch feststellen müssen, dass wir je nach Situation und Motiv vielleicht nicht immer alle gleichzeitig einsetzen werden können.

Mike [die][fotografen]

 


3 Comments

  1. Mike [die][fotografen] Oktober 24, 2012 2:43 pm 

    Artikel um das RAW-Format erweitert.

  2. RoBo Oktober 24, 2012 12:49 am 

    Bitte kann da jemand ein Wort mit Mike haben und ihm bitt’schen verbieten, dass er diese Clown-Fotos verwendet???

    Ist da jemand draussen, der Erbarmen mit mir hat???

    BIIIIIIIITTTEEEEEEE!!!!

    Lg RoBo ;)

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