Bildformat – Es muss nicht immer 3:2 sein!

Dem klassischen Bildformat in der Fotografie liegt das Seitenverhältnis von 3:2 zugrunde. Viele Digitalkameras lassen auch die Einstellung 16:9 oder 4:3 mittlerweile zu – besonders interessant, wenn Fotos dann im Videoschnitt Verwendung finden sollen.

Grundsätzlich halten wir auch am klassischen 3:2 Verhältnis fest, in einzelnen Fällen kann jedoch durch Wahl eines anderen Bildausschnittes die Wirkung eines Motivs extrem verstärk werden.

Nicht nur das, vom Betrachter “unerwartete”, Bildformat weckt Aufmerksamkeit – auch können beim Zurechtschneiden des Bildes, sagen wir einmal, “unnötige” Bildinformationen entfernt werden, die vom eigentlichen Hauptmotiv nur ablenken.

Bildformat Beispiel Rolls Royce 3:2

Beispiel Rolls Royce – Wirkung des Motivs beim Original 3:2 Bildformat

Bildformat Beispiel Rolls Royce angepasst

Beispiel Rolls Royce – Wirkung des Motivs bei Änderung des Bildformats

In unserem Rolls-Royce Beispiel haben wir nicht nur den Ausschnitt verändert, sondern zusätzlich den Hintergrund “entschärft” und diese “unnötige” Bildinformation und Tiefenschärfe korrigiert.

In der Gesamtbetrachtung liegt nun mehr Augenmerk auf dem Rolls Royce und durch die Unschärfe im Hintergrund baut sich beim Betrachten weitaus mehr Spannung auf.

Das gezielte Weglassen von Teilen eines Fotos regt auch besonders die Fantasie des Betrachter an. “Angeschnitte” Teile eines Motivs fördern das gedankliche Spiel des Betrachters mit dem Foto, der nunmehr “fehlende” Teil und das “fehlende” Rundherum wird mit eigenen Vorstellungen und Erfahrungswerten ergänzt.

Beispiel Sesselreihen im Raimundtheater- Wirkung des Motivs bei Änderung des Bildformats

“Gestreckte Bildformate” kommen auch dem Betrachtungswinkel des Auges zugute – denkt dabei nur an das, aus der Filmbranche kommende, 16:9 oder noch breitere Cinemascope Format. Probiert bei einem überdimensionalen Bild einmal selbst aus, ob ihr lieber eure Augen in der Horizontalen oder Vertikalen darüber streifen lässt. In der Regel wird man sich mit der horizontalen Betrachtung von links nach rechts “wohler” fühlen.

Experimentiert selbst einmal mit anderen Bildausschnitten und Bildformaten! Auch bei den “typischen” Weitwinkelmotiven wie Landschafts-Aufnahmen oder z.B. Einkaufsstraßengetümmel lassen sich mit in der Höhe zurechtgeschnittenen Bildern interessante Effekte erzielen.

Mike [die][fotografen]


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